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Was die IBA den Strukturwandel lehrt

Der Strukturwandel – er kommt: womöglich früher als einst beschlossen. Um ihn voranzutreiben, braucht es Kreativität und Experimentierfreude, sagt Rolf Kuhn. Seine IBA hat der Lausitz 2010 einen Schub versetzt, auch in Dahme-Spreewald.

 

Von Uwe Rada

 

Strukturwandel – wie geht das eigentlich? Rolf Kuhn hat als Geschäftsführer der Internationalen Bauausstellung (IBA) Fürst-Pückler-Land von 2000 bis 2010 bei dieser Frage ordentlich vorgelegt: 30 Projekte, ausgewählt von einem internationalen Gremium, standen auf der Agenda: darunter die Förderbrücke F60, die Biotürme Lauchhammer und in Dahme-Spreewald die Kulturlandschaft Fürstlich Drehna und Sielmanns Naturlandschaft Waninchen. Nicht alle 30 Projekte sind umgesetzt, aber das, was geworden ist, hat der Lausitz ein neues Gesicht gegeben: als eine von Industriekultur und Kulturlandschaft geprägte Region, in der so einiges möglich ist, wenn man Ideen hat und Experimentieren erlaubt ist.

 

Ideen aus Dahme-Spreewald

Von Dörthe Ziemer

 

In Dahme-Spreewald ist im Rahmen der IBA die Kulturlandschaft Fürstlich Drehna entstanden: Wo sich einst der Bergbau in den historischen Landschaftspark fraß, wo ein Wasserschloss zu zerfallen drohte, ziehen heute ein landschaftliches Kleinod, eine Hotellerie der gehobenen Klasse und im Umfeld Gastronomie und touristische Infrastruktur Gäste an. In Waninchen ist ein Naturparkzentrum entstanden und in der Nachbarschaft die Marina Schlabendorf – sogar Wassersport in der ehemaligen Grube war zwischenzeitlich dort schon möglich. Das dritte IBA-Projekt aus dem Landkreis, das Informationszentrum Wasserreich Spree in Lübben, wurde wegen eines fehlenden Betreiberkonzeptes nicht umgesetzt, hat nun aber Fördermittel aus dem Strukturwandeltopf zugesagt bekommen.

 

Dafür hat das Wasserreich Spree eine Runde Werkstattprozess bei der Wirtschaftsregion Lausitz (WRL) durchlaufen. Die WRL ist für die Qualifizierung von Projekten und ihre Empfehlung an die Interministerielle Arbeitsgruppe zuständig. Alle Projektideen, die Strukturwandelmittel aus dem Landesarm erhalten sollen, müssen durch eine der fünf Werkstätten der WRL. WRL-Gesellschafter sind die Landkreise der Brandenburgischen Lausitz, die Stadt Cottbus und – künftig – das Land Brandenburg. An den Werkstattprozessen nehmen Experten aus Wissenschaft, Tourismus, Kommunen und Bürgernetzwerken teil.

 

Aber wann ist ein Projekt ein gutes Projekt? Das will der Landkreis Dahme-Spreewald mit einem eigenen Begleitgremium „zur Findung, Entwicklung und Unterstützung von Projektideen zur Beantragung von Mitteln aus dem Strukturstärkungsgesetz“ feststellen. Das Gremium soll laut Kreistagsbeschluss einen Kriterienkatalog erarbeiten, durch den „eine standardisierte und qualifizierte Beurteilung der Projektideen vorgenommen werden“ könne. Dabei handele es sich nicht um ein dem Werkstattprozesses vorgeschaltetes Gremium, informiert Pressesprecherin Kathrin Veh. Vielmehr „sollen alle eingereichten Projekte dem Begleitgremium vorgestellt werden“, was bereits größtenteils erfolgt sei. Wenn Städte und Gemeinden es wünschen, könnten Projekte durch das Begleitgremium bzw. den Landkreis aktiv begleitet werden: „Es ist vorgesehen, dass der Landkreis (insbesondere die Wirtschaftsförderungsgesellschaft) bei Bedarf die Kommunen während der auf die Förderzusage folgenden Antragsstellungen unterstützt.“

 

 

Herr Kuhn, die künftige Bundesregierung will den Kohleausstieg um acht Jahre auf 2030 vorziehen. Ist das eine gute oder eine schlechte Nachricht für die Lausitz?

Das ist schwer zu beurteilen. Bergbau ist ja keine Sache, die von heute auf morgen beendet werden kann. Was ich aber gut finde, ist, dass der CO2-Ausstoß so schnell wie möglich reduziert wird. Gleichzeitig muss man andere Prozesse, die damit verbunden sind, im Blick haben.

 

Und auch andere Energiequellen. Die Zahl der Windkraftanlagen soll laut Koalitionsvertrag verdoppelt werden. Das wird vor allem in Brandenburg viele Diskussionen geben.

Die Energiesicherheit ist auch ein Thema, das bedacht werden muss. Von daher wäre es gut, wenn man bald eine Gesamtkonzeption sehen würde, die aufzeigt, wie das alles zusammenpasst.

 

Sie sagen jetzt aber nicht, das größte Problem seien 15.000 Arbeitsplätze, die in und um die Braunkohle wegfallen.

Das ist heute eine völlig andere Situation als in den neunziger Jahren. Als ich 1998 hierherkam, gab es eine große Depression. Nicht unbedingt wegen den Älteren, die ihren Arbeitsplatz verloren haben. Die haben eine Abfindung bekommen und konnten sich ihr Leben einrichten. Aber viele Familien haben für ihre Kinder und Enkel keine Perspektive gesehen. Deshalb sind auch viele junge Leute weggegangen. Die fehlen jetzt hier.

 

Die Lausitz konkurriert mit anderen Regionen um Fachkräfte. "Deshalb ist es so wichtig, dass man auch für diese Menschen interessant ist", sagt Rolf Kuhn. Foto: Uwe Rada

 

Das heißt, die Arbeitsplätze sind heute gar nicht mehr das Entscheidende beim Strukturwandel in Industrieregionen wie der Lausitz.

Wenn es alleine um die Zahl der Arbeitsplätze geht, denke ich das tatsächlich. Wenn hier ein Werk schließt, bekommen die Mitarbeiter drei oder vier neue Angebote. Das Problem könnte aber sein, dass die Arbeitsplätze, die man ihnen anbietet, nicht vergleichbar sind mit Arbeitsplätzen im Bergbau.

Da hat man mehr verdient, hatte vielleicht auch längerfristige Perspektiven. Wenn man nun in den Tourismus wechselt, wo wirklich händeringend Arbeitskräfte gesucht werden, wird schlechter bezahlt.

 

Gleichzeitig wird es viel Arbeit für hoch qualifizierte Arbeitskräfte geben, etwa in der geplanten Hochschulmedizin in Cottbus.

Jemand, der im Bergbau arbeitet, wird nicht unbedingt in der Hochschulmedizin arbeiten. Da konkurriert die Lausitz mit anderen Regionen um diese Fachkräfte. Deshalb ist es so wichtig, dass man auch für diese Menschen interessant ist.

 

Es ist also auch das Image, das über die Zukunftsfähigkeit entscheidet.

Als ich hierherkam, hatte die Lausitz in Deutschland so ziemlich das schlechteste Image. Der damalige Ministerpräsident Manfred Stolpe hat mir gesagt, wenn Ihr eine Internationale Bauausstellung macht, soll sie der Lausitz auch ein neues Gesicht geben. Nur so kommen Kreative her, die etwas Neues schaffen wollen.

 

Sie sind mit der IBA Fürst-Pückler-Land, die von 2000 bis 2010 stattgefunden hat, so etwas wie der Pionier des Strukturwandels in der Lausitz gewesen. Projekte wie das Besucherbergwerk F60, der „liegende Eiffelturm der Lausitz“ sind internationale Attraktionen. Heute gibt es alleine in Brandenburg zehn Milliarden Euro für den Strukturwandel. Wieviel hatten Sie denn damals zur Verfügung?

Für das Büro und die Beschäftigten hatten wir im Jahr knapp 1,5 Millionen. Das ist keine große Summe, wenn man die Summen jetzt sieht. 44 Millionen haben unsere Projekte gekostet. Das waren meistens aber auch Gelder, die wir selber eingeworben haben. Das war zusätzliches Geld, das in die Lausitz gekommen ist.

 

 

Die IBA-Terrassen in Großräschen. Foto: Dörthe ZiemerSie haben mit ihren 30 Projekten, von den IBA-Terrassen in Großräschen über die F60 bis zu den Biotürmen in Lauchhammer nicht Arbeitsplätze in großem Stil geschaffen, aber tatsächlich der Lausitz ein neues Image verpasst. Wieviel ist das denn wert? Das ist doch das, worauf der Strukturwandel heute aufbauen kann.

Ich glaube nicht, dass man das berechnen kann. Aber ohne die IBA-Terrassen etwa hätte der langjährige Betreiber nicht den Mut gehabt, aus dem ruinösen Ledigenwohnheim in Großräschen ein Viersternehotel zu machen. In den USA gab es Forschungen, die untersucht haben, warum eine Stadt prosperiert oder nicht.

 

Die Kriterien von Richard Florida…

… und da spielen Kreativität und Image eine wichtige Rolle. Das wiederum zieht andere Kreative an.

 

Die Biotürme in Lauchhammer. Foto: Dörthe ZiemerEiner der Ausgangspunkte für Ihre IBA war damals die Art und Weise, wie bis dahin in der Lausitz Bergbausanierung bei ausgekohlten Revieren betrieben wurde. Zuschütten, Wald drauf oder Ackerfläche, fertig. Die industriellen Zeugnisse wurden abgeräumt. Sie wollten das alles anders machen und die industriellen Hinterlassenschaften erhalten und umnutzen. Wie ist das gelungen? Hätte das ohne Rolf Kuhn auch funktioniert?

Natürlich ist so was auch von Personen abhängig. Ob es besser oder schlechter geworden wäre, kann ich nicht beurteilen. Es wäre bestimmt anders geworden. Ich selbst war geprägt von dem, was ich zuvor in Dessau am Bauhaus gemacht habe.

 

Da haben Sie unter anderem Ferropolis vorangebracht, die Baggerstadt aus Eisen auf dem Gelände des Bitterfelder Reviers.

Ich habe mich da zum ersten Mal mit Industriehinterlassenschaften beschäftigt. Und wir haben auch die Werksiedlung in Zschornewitz gerettet.

 

"Der liegende Eifelturm" - das Besucherbergwerk F60 in Lichterfeld. Foto: Dörthe ZiemerGegen große Widerstände.

Die waren erst abgeklungen als wir eine Exkursion ins Ruhrgebiet gemacht haben, wo die Leute sehen können, welche Qualität eine solche Werksiedlung haben kann, wenn sie saniert wird. Dass man diese Überzeugungsarbeit leisten muss, habe ich in Dessau gelernt, und das konnte ich dann auch in der Lausitz anwenden. Aber man braucht da schon ein dickes Fell. Bei den meisten Projekten waren erstmal 80 Prozent der Leute dagegen. Für die war es eine verrückte Idee, eine Förderbrücke wie die F60 zu einem touristischen Anziehungspunkt zu machen.

 

Sie hatten Ihre Vorstellung, wie eine Zukunft in der Lausitz ohne Braunkohle aussehen kann. Welche Vorstellung hatten denn die, die dagegen Widerstand geleistet haben?

Kohle fördern so lange wie möglich. Und was nicht mehr genutzt wird, soll schön saniert werden. So eine Art Mecklenburgische Seenplatte, wo man dann die industriellen Hinterlassenschaften nicht mehr sehen wollte.

 

Auch in der Lausitz haben Sie auf die Erfahrungen im Ruhrgebiet gesetzt. Eines Ihrer Vorbilder war Karl Ganser von der IBA Emscherpark. Was haben Sie vom ihm gelernt?

Dass ein Format IBA in der Lage ist, etwas Besonderes zu schaffen. Voraussetzung war allerdings, dass wir selbst entscheiden konnten, welche Projekte wir aussuchen. Also nicht die Politiker suchen die Projekte aus, sondern die IBA und ein international besetzter Fachbeirat. Das haben die vier beteiligten Landkreise und der Oberbürgermeister von Cottbus akzeptiert.

 

Was haben das dicht besiedelt Ruhrgebiet und die strukturschwache Lausitz sonst gemeinsam?

Die industriekulturelle Vergangenheit. Ohne das Welterbe Zeche Zollverein wäre Essen nicht Kulturhauptstadt Europas geworden. Aber natürlich ist es ein Unterschied, wenn im Ruhrgebiet vier Millionen wohnen und bei uns 400.000. Wenn Sie aus einer Industriehalle im Ruhrgebiet eine Konzerthalle machen, lebt das Publikum vor Ort. Aber auch wenn hier weniger Menschen leben, kann man daraus viel lernen. Zum Beispiel auch, keine Disneyparks zu bauen. Das wurde mir immer angetragen, das habe ich aber auch immer abgelehnt.

 

Kommt das Experimentieren beim Strukturwandel heute zu kurz?

Das ist auf jeden Fall anders. Aber heute entscheidet auch kein internationaler Fachbeirat über die Projekte. Am Ende entscheidet eine interministerielle Arbeitsgruppe der Landesregierung. Da gibt es auch Projekte, die in den Schubladen lagen und nun wieder herausgezogen werden, weil Geld da ist. Das sind alles keine Dinge, die falsch sind, aber sie sind auch nicht außergewöhnlich.

 

War das der Geist der IBA: Man kommt in die Lausitz und staunt?

Und sieht etwas, was man nicht erwartet hat. Und was die Menschen hier auch nicht erwartet haben. Ministerpräsident Woidke hat mal gesagt, wie gut, dass sich der Kuhn durchgesetzt hat. So sieht man das im Nachhinein.

 

Man kommt in die Lausitz - "Und sieht etwas, was man nicht erwartet hat." Das sei der Geist der IBA, sagt Rolf Kuhn. Foto: Uwe Rada

 

Der Kuhn mit seinen Ideen. Was hat denn der Kuhn gemacht als er noch ein Kind war? Hat er da im Sandkasten mit dem Bagger Löcher gegraben und mit der Gießkanne eine Seenlandschaft gezaubert?

Ich bin in einer ganz anderen Welt aufgewachsen: auf einem Bauernhof am Südrand des Thüringer Waldes. Das war aber nicht meine Welt, mir war klar, dass ich da nicht bleiben werde.

 

Ihr Studium des Städtebaus und der Gebietsplanung in Weimar war da die logische Konsequenz.

Ich wollte die Alternative zum Dorf. Ich habe mir schon als Kind immer eine andere Welt erträumt als die, die ich selbst erlebt habe. Das nicht nur zu träumen, sondern tatsächlich zu leben, war ein unglaublicher Antrieb.

 

In Weimar haben Sie einen Lehrstuhl für Stadtsoziologie mit aufgebaut.

Wir haben jedes Jahr eine andere Stadt analysiert. Und zwar sowohl die Plattenbaugebiete als auch die verfallenden Altstädte. Es brauchte schon eine gewisse Schlitzohrigkeit, dass man solche Befragungen durchführen durfte.

 

Zu welchen Ergebnissen sind Sie gekommen?

Plattenbaugebiete waren nur so lange attraktiv als sie die Minderheit in einer Stadt waren. Das Besondere, das besser Ausgestattete. In dem Moment als Gründerzeitgebiete wie der Sonnenberg in Karl-Marx-Stadt abgerissen werden sollten, schlug das um. Man wollte nicht, dass die gesamte Stadt zu einem Neubaugebiet wird. Mit Erkenntnissen wie diesen bin ich ans Bauhaus nach Dessau gekommen.

 

Dessen Direktor Sie ab 1987 waren. Auch so eine Insel der kleinen Freiheiten?

Beim ersten internationalen Walther-Gropius-Seminar haben wir genau das thematisiert, was mich umtrieb: Altstädte erhalten und nicht durch Neubauten ersetzen. Es ging um nichts weniger als den Städtebau der DDR zu revolutionieren. Da war das Bauhaus ein guter Ort.

 

Auch in der Wendezeit?

Das Neue Forum hatte im Oktober 1989 vorgeschlagen, dass ich die große Demonstration, zu der dann 50.000 Leute kamen, moderieren sollte. Sie waren auf mich gekommen, weil wir am Bauhaus ein Theaterstück gezeigt hatten, das die Zustände in der DDR und im sozialistischen Lager zeigte und kritisierte.

 

Heute sagt das Bauhaus Konzerte wie mit Feine Sahne Fischfilet ab, weil die Politik das will.

Ja. Ich hab‘ das nicht gemacht. Damals lief auch schon ein Verfahren, um mich abzusetzen. Aber das kam zu spät.

 

Was hat Sie bewogen Dessau nach zehn, elf Jahren zu verlassen und in die Lausitz zu gehen, die Fürst Pückler, der Namensgeber Ihrer IBA, einen „platten Pfannkuchen“ nannte und die Sie bis dahin kaum kannten?

Wir hatten in Dessau große Erfolge. Wir waren Stiftung geworden. Und wir sind Weltkulturerbe geworden. Und als „industrielles Gartenreich“ waren wir Außenstandort der Expo 2000 in Hannover.

 

Da konnte nichts mehr kommen.

Ich wollte eine neue Herausforderung.

 

Auch nach Ihrer Pensionierung sind Sie in Großräschen geblieben. Warum?

Es ist spannend, wie es hier weitergeht. Es ist nie langweilig, jetzt gibt es am Seeufer die nächste Baustelle.

 

Dort entsteht das neue Besucherzentrum am Großräschener See, der IBA-Campus, gefördert von den Strukturmitteln für die Lausitz. Überhaupt ist Großräschen dabei, zu einer Seestadt zu werden, deren Bevölkerung zudem nicht mehr schrumpft, sondern wächst. Als ich vor zwanzig Jahren hier war, fiel es schwer, sich das vorzustellen. Da ragte die Seebrücke noch in die Grube hinein. Und jetzt ist der See da, der Hafen, die Marina. Aus ihrem Büro ist inzwischen das IBA-Studierhaus geworden. Kommen denn viele Studierende nach Großräschen?

Ja. Aber auch ich bin viel unterwegs. In letzter Zeit vor allem im Rheinland zwischen Köln und Aachen.

 

Wo die Region ähnlich von der Braunkohle geprägt ist wie in der Lausitz.

So wie wir den Wunsch hatten, vom Ruhrgebiet zu lernen, gibt es da den Wunsch, von der Lausitz zu lernen. Aber es gibt auch da wieder Unterschiede.

 

Welche?

Die Gruben sind viel tiefer. Was wir immer als Zwischenzeit bezeichnet haben, also die Zeit nach der Kohle und vor der neuen Nutzung der Landschaft, wird dort viel länger dauern. Dass die sich mit Wasser gefüllt haben, werden die meisten Menschen dort nicht mehr erleben. Bei uns hat es zehn oder zwanzig Jahre gedauert, dort dauert es 40 bis 60 Jahre. Dennoch sind die Leute dort sehr interessiert, wie wir diesen Prozess bewältigt haben, wie man die Zwischenzeit nutzt, wie man die Leute neugierig macht und dazu bringt, ungewöhnliche Dinge wie die F60 zu unterstützen.

 

Im Rheinland gibt es eine starke Zivilgesellschaft, die nicht zuletzt den Hambacher Forst gerettet hat. Haben Sie sich manchmal gewünscht, dass es eine solche Zivilgesellschaft auch in der Lausitz gibt?

Es gab ja Lakoma, den Widerstand gegen die Abbaggerung des Dorfes. Aber hier standen sich die Befürworter der Braunkohle und die Gegner unversöhnlich gegenüber. Das hat sich erst mit dem Beschluss zum Kohleausstieg geändert. Für uns als IBA war klar, dass wir uns in diesen Konflikt nicht einmischen. Wir hätten nichts anderes zu tun gehabt, als dauernd diesen Konflikt auszuhalten. Wir haben gesagt: Wir beschäftigen uns mit den Arealen, wo das Ende des Tagebaus entschieden ist.

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Veröffentlichung

Di, 28. Dezember 2021

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