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Immer der Filmklappe nach!

Der „Spreewaldkrimi“ lockt Filmfans in die Region. Lübbenauer Touristiker führen sie zu den Drehorten und plaudern aus dem Statisten-Nähkästchen. Lübben hat bisher keine Tour zu Filmschauplätzen – aber bald einen Grund mehr: die neue Serie „Die Spreewaldklinik“.

 

Von Ingrid Hoberg

 

Düster und rätselhaft, das sind die Spreewaldkrimis seit der ersten Folge „Das Geheimnis im Moor“. Drehbuchautor Thomas Kirchner hat von Beginn an mystische Bilder und Sagengestalten mit der Krimi-Handlung verwoben. Kommissar Thorsten Krüger (Christian Redl) und sein Kollege Martin Fichte (Thorsten Merten) ermitteln seit der ersten Folge in diesem Umfeld, in dem nicht nur die Bilder, sondern auch die Handlungsstränge zu einem spannenden Ganzen verwoben werden. 

 

Mit dem Spreewaldkrimi und Kommissar Krüger als eigenbrötlerischem Ermittler hat die Region ein mediales Markenzeichen, das mit bisher 16 Folgen zu einer Konstanten in der Fernsehlandschaft geworden ist. Die Stadt Lübbenau setzt schon seit einigen Jahren auf den Wiedererkennungseffekt und bindet die Drehorte in die Stadtführungen ein. Die Lübbenerin Gisela Christl wandelte seit 2016 rund sechs Jahre lang jeweils von Mai bis Oktober in Lübbenau als Stadtführerin in Spreewaldtracht auf den Spuren der Ermittler und führte zu den Drehorten. Sie erinnert sich, dass sogar schon Gäste aus der Schweiz extra wegen der Krimigeschichten in den Spreewald gekommen waren. Für sie waren die Spreewaldkrimi-Führungen die mit der intensivsten Vorbereitung. Schließlich hat sie sich alle Folgen angesehen. Doch inzwischen tritt sie „ein bisschen kürzer“ und hat die Führungen in Lübbenau abgegeben.

 

Eine dadurch entstandene Pause ist nun zu Ende – mit Taina Tukay haben die Lübbenauer eine neue Stadtführerin – und sie geht in der Spreewaldkrimi-Geschichte auf. Taina Tukay ist keine Spreewälderin, auch deshalb und in Verehrung für „Kommissar Krüger“ hat sich für sein Outfit entschieden: kurzer schwarzer Mantel, Schiebermütze. Und eine Filmklappe hat sie bei den Führungen dabei – so verlieren die Teilnehmer sie beim Weg durch die Stadt nicht aus den Augen. Die 35-Jährige ist die Jüngste im Team der Lübbenauer Stadtführerinnen und -führer.

 

Führung zu den Drehorten des Spreewaldkrimi mit Taina Tukay. Foto: Ingrid HobergFührung zu den Drehorten des Spreewaldkrimi in der Lübbenauer Altstadt.

Taina Tukay, neue Gästeführerin in Lübbenau, führt zu den Drehorten des Spreewaldkrimi. Foto: Ingrid HobergTaina Tukay, die neue Gästeführerin im Spreewald.

Fotos: Ingrid Hoberg

 

Anfang März gab es mit der 1. Spreewaldkrimi-Woche ein kompaktes Angebot, das eine gute Resonanz gefunden hat – schätzt Daniel Schmidgunst von der Spreewald-Touristinformation Lübbenau ein. Drei Termine für Stadtrundgänge wurden angeboten, drei Spreewaldkrimi-Kahnfahrten, eine Veranstaltung in Wotschofska und von Februar bis März jeweils Freitag bis Sonntag ein Shuttle zu diesem beliebten mitten in der Natur gelegenen Gasthaus.

 

 „Der Spreewaldkrimi-Tag im Gasthaus Wotschofska war total ausverkauft“, sagt Daniel Schmidtgunst. „Das war ein tolles Erlebnis für die Gäste!“ Nach dem Gasthaus fragen Besucher immer wieder, hatte es doch dort im Spreewaldkrimi Nr. 5 ein großes Feuer gegeben. Aber zum Glück nur als inszeniertes Ereignis für die Dreharbeiten. Prominenter Gast der Veranstaltung im Traditionshaus „Wotschofska“ war Drehbuchautor Thomas Kirchner. Er hatte die Spreewaldkrimis bis zur Nr. 13 begleitet und sprach mit anderen Akteuren über die erfolgreiche Filmproduktion. Drei Konstanten hat diese ZDF-Krimi-Serie: 1. den Spreewald als Kulisse, 2. Kommissar Krüger und 3. verschiedene Zeitebenen, die verwoben werden. Dieses Erfolgsrezept soll, so hat es Daniel Schmidtgunst gehört, weiter verfolgt werden. „Und der Spreewald soll auch wieder mehr einbezogen werden“, sagt er. Die 16. Folge hatte im Februar TV-Premiere und die Reihe wird mit der 17. Episode fortgesetzt. 

 

Taina Tukay nimmt in der Saison einmal in der Woche (am Donnerstag) maximal 25 Gäste mit auf ihre Spreewaldkrimi-Tour.  Als echter Fan der TV-Reihe hat sie alle Folgen gesehen und kann viele Fragen beantworten. „Immer der Filmklappe nach!“, begrüßt sie die Gäste an der Spreewaldtourist-Information. Da können sich die Gäste schon einen Eindruck von einer Filmkulisse verschaffen: Ein Fest der Schützengilde fand auf dem Marktplatz statt. Die Gästeführerin nimmt Spreewaldkrimi-Fans und solche, die es werden wollen, mit auf eine spannende Entdeckungstour durch die Altstadt bis Wotschofska – auf den Spuren der Täter, Opfer und Ermittler. 

 

Der Spreewald ist nicht nur Kulisse, sondern auch Darsteller im Spreewaldkrimi. Foto: Ingrid HobergDer Spreewald ist auch Darsteller im Spreewaldkrimi.

Das Erkennungszeichen der Spreewaldkrimi-Woche war die Kreidefigur. Foto: Ingrid HobergDas Erkennungszeichen der Spreewaldkrimi-Woche war die Kreidefigur. Fotos: Ingrid Hoberg

Unterwegs am Hafen - auch hier waren die Ermittler im Film unterwegs. Foto: Ingrid HobergAuch am Kleinen Hafen am Spreeschlösschen ist eine Station der Führung.

 

Was sich die einen erlaufen, können die anderen bei einer entspannten Kahnfahrt erleben. „Wo die Spannung des Krimis dir unter die Haut geht …“ heißt die Fahrt. Bei Schwerdtners Kahnfahrten in der Dammstraße 81 liegt ein Kahn an dem Steg, von dem aus Schauspieler, Regisseure, die Kamera- und Technik-Crew schon viele Male in den Spreewald gestartet sind. Kahnfährmann Thomas Groß ist seit dem ersten Spreewaldkrimi (2006) dabei und kann aus erster Hand erzählen, wie die mystischen Orte gefunden werden, mit welchen Widrigkeiten es die Filmleute in der Natur zu tun bekommen.

 

Ihre Erlebnisse teilen er und sein Kollege Ralf Buchholz gern mit Besuchern, die gespannt darauf sind, Originaldrehorte kennenzulernen. Kaum hat der  Kahn abgelegt, da sind die Besucher schon mittendrin im ersten Krimi. In „Das Geheimnis im Moor“ wird in Lübbenau das traditionelle Stadtfest gefeiert, auch am Großen Hafen werden einige Einstellungen gedreht. „Wir saßen in einem beleuchteten Kahn, der abends durch die Szene fuhr“, erinnert sich Thomas Groß an seine Statistenrolle. Dass es gar nicht so einfach gewesen ist, die für den Film benötigte Beleuchtung zu installieren, ist eine der Geschichten, die er am Rande erzählt. Mit 25-Watt-Glühbirnen in den Girlanden ist beim Film eben nicht viel auszurichten.

 

Schon gleitet der Kahn weiter, am Ufer reiht sich ein Krimi-Szenenbild an das andere. „Die Tränen der Fisch“, „Tödliche Heimkehr“, „Zwischen Tod und Leben“. Die Filmtitel sind auf der Karte vermerkt, die der Fährmann seinen Gästen zur Orientierung auf den Tisch gelegt hat. Der friedliche Spreewald zieht vorüber, eine Kulisse für Tod und Tränen. „Eine tödliche Legende“ ist der Titel des 4. Spreewaldkrimis, in dem die tote Hebamme im offenen Sarg im Kahn gefahren wird, so wie es einst Tradition war, erzählt Thomas Groß, der erfahrene Fährmann, der den Filmleuten manchen guten Tipp geben kann. „Man kommt hier nicht so einfach von einem Drehort zum anderen – die Fließe sind keine Straßen und können nicht einfach überquert werden!“, sagt er und schmunzelt, wenn er an kuriose Situationen denkt. Beispielsweise wenn umfangreiche Technik an den Drehort gebracht werden muss, greift der Spreewälder auf Bewährtes zurück – es werden zwei Kähne zu einem Ponton. Seit alters her werden Kühe so von einer Weide zur anderen gefahren.

 

 Schwerdtners bieten seit vielen Jahren Krimi-Kahnfahrten an. Foto: Ingrid Hoberg

Schwerdtners bieten seit vielen Jahren Krimi-Kahnfahrten an. Foto: Ingrid Hoberg

 

Zu den beliebtesten Drehorten gehört das Gasthaus Wotschofska, eines der ältesten, tief im Spreewald gelegenen Ausflugslokale. Mitten in einem Erlenwald war die hochwassersichere Erhebung in Notzeiten oft Zufluchtsort für Spreewälder – und Kulisse in den Krimis Nr. 1, 3, 5 und 10. In „Feuerengel“ (2013) brannte das Gasthaus sogar vollständig ab. Im Biergarten machen seine Gäste erst einmal Pause – auch das gehört zur fünfstündigen Krimi-Kahnfahrt.

 

Nach dem Mittagsimbiss mit der typischen Spreewälder Küche von Gurken- und Fischsuppe über Grützwurst und Sülze mit Bratkartoffeln geht es weiter auf der „Krimi-Tour“. Kahnfährmann Groß bleibt entspannt, auch wenn es zwischendurch einen kurzen Schauer gibt und eine Plane ausgerollt wird, damit die Gäste trocken durch die Fließe kommen. Zur Kaffee-Zeit landet der Kahn in Lehde an und Thomas Groß plaudert über seine Erlebnisse im Filmgeschäft. „Inzwischen sind wir Kahnfährleute schon bei der Motivsuche dabei – wir können dem Regisseur, der ja auch immer wieder wechselt, sagen, ob es realistisch ist, an dem Ort zu drehen, den der Locationscout gefunden hat“, erklärt er. Nicht immer funktioniert in der Realität, was sich die Filmleute wünschen.

 

„Jede Tour ist anders“, sagt am Ende Fährmann Thomas Groß. Das hängt auch von den Gästen ab, die mitfahren. „Manche kennen die einzelnen Szenen besser als ich!“, sagt er und schmunzelt. Das sind dann die ganz großen Fans des Spreewaldkrimis. „Wir hatten schon Gäste aus der Schweiz, die extra wegen der Krimi-Tour in den Spreewald gekommen sind“, sagt Jörg Schwerdtner, Chef des Familienunternehmens. „Die Termine am Mittwoch werden sehr gut angenommen – den Sonntag haben wir im Programm, auch um Einheimischen die Gelegenheit zu geben, mal mit auf diese Tour zu gehen“, erklärt er.

 

 Viel Mystik, viel Wasser: Spreewaldfließ im Frühjahr. Foto: Dörthe Ziemer

Viel Mystik, viel Wasser: Spreewaldfließ im Frühjahr. Foto: Dörthe Ziemer

 

„Die Spreewaldkrimis sind gute Werbung für uns. Viele Leute finden die Krimikahnfahrten faszinierend“, sagt Daniel Schmidtgunst von der Lübbenauer Tourist-Info. Nach fünf Stunden Fahrt durch eine sonnige Lagunenlandschaft, bei der mancher vielleicht ein bisschen Mystik vermisst hat, bietet die Mediathek die Gelegenheit, den einen oder anderen Streifen noch einmal Revue passieren zu lassen. 

 

Die Lübbener Touristiker haben den Spreewald-Krimi noch nicht für sich entdeckt. „Ich bin nie gefragt worden, zu diesem Thema eine Führung durch die Stadt zu machen“, sagt Gisela Christl. Anknüpfungspunkte ließen sich finden. Im Wappensaal wurde schon gedreht, auch in der Spreewaldklinik. Dort finden derweil Dreharbeiten für eine neue Fernsehserie von Sat 1 statt: „Die Spreewaldklinik“. Die Serie zeige den Spreewald, „wie ihn nur wenige Menschen kennen: lebensfroh, hell, mit unberührter Natur – ein wahrer Sehnsuchtsort“, heißt es bei Sat 1. Sendestart soll in der zweiten Jahreshälfte 2024 sein.

 

Info

  • Die Spreewaldkrimi-Kahnfahrt „Wo die Spannung des Krimis dir unter die Haut geht …“ startet in der Saison von Mai bis September jeweils mittwochs und sonntags um 11 Uhr bei Schwerdtners Kahnfahrten. Weitere Informationen gibt es auf deren Website.

  • Der „Spreewaldkrimi“ ist eine Fernsehserie des ZDF, die seit 2006 an Schauplätzen im Spreewald gedreht wird. Die Handlung ist in die Landschaft eingebettet, die so selbst zu einer Darstellerin wird. Brisante Themen werden mit einer poetischen Erzählweise verbunden. Bis zur 14. Folge hat Thomas Kirchner die Drehbücher geschrieben. Mehrere Regisseure setzten die Stoffe um.

  • In der neuen Sat 1-Fernsehserie „Die Spreewaldklinik“, die derzeit in Lübben gedreht wird, geht es um Lea (Sina Valeska Jung), die in der Spreewaldklinik ihre berufliche Erfüllung – und im Spreewald ein neues Zuhause findet. Dabei ist sie auf der Suche nach ihrer Tochter, die sie vor 20 Jahren zur Adoption freigegeben hat. 

  • Der Spreewald ist schon seit den ersten Tagen des Films als Kulisse beliebt. Im Jahr 1911 wurde der Film „Der fremde Vogel“ (Eine Liebestragödie im Spreewald) mit Asta Nielsen gedreht. Die Außenaufnahmen, die stimmungsvollen Landschaftsbilder, wurden schon damals von Film-Kritikern gelobt.

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Veröffentlichung

Do, 25. April 2024

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